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Montag, 08. März 2010
Hessische Fraueneinzelmeisterschaft 2010

Dieses Wochenende wurde in Hungen die Hessische Frauen-Einzelmeisterschaft 2010 ausgetragen. Um das Turnier für alle Spielerinnen attraktiver zu gestalten wurde die Meisterschaft diese Jahr in drei Gruppen nach Spielstärke aufgeteilt. In der A-Gruppe durften alle Spielerinnen mitspielen schließlich sollte niemand die Möglichkeit genommen werden Hessenmeisterin zu werden. In der B-Gruppe waren nur Spielerinnen mit einer DWZ von 1600 oder weniger startberechtigt und in der C-Gruppe nur Spielerinnen mit einer DWZ von 900 oder weniger. Diese Idee der Aufteilung in Gruppen wurde von den hessischen Schachspielerinnen sehr gut angenommen und so fanden sich am Samstag 24 Spielerinnen (zum Vergleich: 2009: 9 Spielerinnen, 2008: 4 Spielerinnen) in Hungen ein. 10 Spielerinnen kämpften in der A-Gruppe um den Titel der Hessenmeisterin 2010, 2 Plätze im A-Turnier der Hessischen Einzelmeisterschaft sowie 5 Plätze in der hessischen Mannschaft für die Deutsche Frauen-Ländermannschaftsmeisterschaft vom 3.-6. Juni in Braunfels. In der B-Gruppe nahmen 8 Spielerinnen teil und in der C-Gruppe 6 Spielerinnen. Die meisten Teilnehmerinnen stellte die SSG Hungen/Lich mit vier Spielerinnen davon je eine Spielerin in der A-Gruppe und B-Gruppe sowie 2 Spielerinnen in der C-Gruppe. Der Titel der Hessischen Frauen-Einzelmeisterin blieb dieses Jahr zwar erstmals in Hungen, jedoch setzte sich nach 5 Runden mit Lili Toth die Spitzenspielerin des Stadtkonkurrenten SK Königsjäger Hungen durch. Sie enthronte damit die langjährige Titelverteidigerin Jutta Ries vom SC FK Babenhausen, die am Ende "nur" auf den 4.Platz kam. Alleine die Tatsache, dass Jutta Ries dieses Jahr - nachdem sie fünfmal in Folge Hessenmeisterin geworden war - "nur" der 4.Platz blieb zeigt welche Steigerung auch in qualitativer Hinsicht diese Meisterschaft erfahren hat.

Die Meisterschaft bot gerade in der A-Klasse packende Partien bis zum Schluß. So war auch die entscheidende Partie Lili Toth - Jutta Ries aus der 3. Runde (beide hatten ihre ersten beiden Partien gewonnen) bis kurz vor Schluß absolut offen. Erst als beide Spielerinnen weniger als 3 Minuten bis zum Ende hatten konnte Lili Toth ein schönes undeckbares Matt mit Turm und Vorpostenspringer drohen.
Lili Toth konnte in der 4.Runde gegen Irina Donchenko (SK 1858 Gießen) mit Schwarz ein Remis erzielen und gewann die letzte Runde gegen Sonja Maria Bluhm von den Schachfreunden Neuberg.

Lili Toth wurde damit Siegerin der Hessischen Frauen-Einzelmeisterschaft 2010 mit 4½ Punkten aus 5 Partien. Zweite wurde die Hessenmeisterin der Jahre 1980 bis 1983 Astrid Fröhlich-Dill mit 3½ aus 5. Ebenfalls 3½ aus 5 hatte Irina Donchenko vom SK 1858 Gießen auf dem 3.Platz. Die Hessenmeisterin der Jahre 2005 bis 2009 Jutta Ries wurde mit 3 aus 5 Vierte. Den letzten Qualifikationsplatz für die Deutsche Frauen-Ländermannschaftsmeisterschaft 2010 in Braunfels ergatterte die Hessenmeisterin von 2002 und 2004 Ulrike Storkebaum. Die beste Spielerin des Ausrichters SSG Hungen/Lich Elena Wallrabenstein wurde Sechste und verpaßte damit die Qualifikation für die Deutsche Frauen-Ländermannschaftsmeisterschaft knapp. Die erst 12-jährige Sonja Maria Bluhm von den Schachfreunden Neuberg spielte ein gutes Turnier wurde aber in der letzten Runde mit Schwarz gegen die Turniersiegerin Lili Toth gelost - verlor und wurde am Ende nur Siebte mit 2 Punkten aus 5 Partien. Ihr gehört aber sicher die Zukunft. Das Feld komplettieren: Helena Fischer (Hessenmeisterin 2000), die mit 1½ Punkten Achte wurde, Franziska Prüfert (1 Punkt aus 5 Partien - 9.Platz) und die 12-jährige Maria Sophie Bajorski (½ Punkt aus 5 Partien - 10.Platz).

In der B-Gruppe setzte sich Elina Velkina vom SK 1858 Gießen bereits nach 2 Runden mit 2 Punkten aus 2 Partien ab und gab' diese Führung bis zum Schluß nicht mehr ab. Nur in der 3.Runde gab sie ein Remis ab und gewann sicher und souverän mit 4½ Punkten aus 5 Partien.

In der C-Gruppe lieferten sich zunächst Kathrin Peschk (SV 1946 Groß-Gerau) und Sonja Wallrabenstein (SSG Hungen/Lich) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide gewannen die ersten drei Runden. In der 4.Runde strauchelte jedoch Sonja Wallrabenstein während Kathrin Peschk gewann. Da beide in der letzten Runde aufeinander traffen, war aber noch alles offen. Kathrin Peschk entschied die Partie aber für sich und gewann mit 5 Punkten aus 5 Partien und 2 Punkten Vorspung die C-Gruppe letztlich hoch verdient.


Die Spielerinnen äußerten sich sehr zufrieden über die Aufteilung der Meisterschaft in drei Gruppen und viele sagten sogar, dass sie gerade wegen der drei Gruppen an der Meisterschaft teilgenommen haben.

Das Frauenschach in Hessen ist zweifelslos im Aufwind, was bei allen Einzel- und Mannschaftsturnieren sichtbar wird.

VON: UDO WALLRABENSTEIN

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